Spielplatzbegehung durch den Gemeinderat

am Samstag, 21. Februar 2015

PREMIERE: Kreuzwertheimer Marktgemeinderäte machten sich beim „Spielplatztag“ ein Bild über Zustand und Ausbaumöglichkeiten der Tobeareale für Kids

Für Kinder gelten andere Normen

 

KREUZWERTHEIM. Es ging schneller als gedacht. Nur knapp dreieinhalb statt der geplanten sieben Stunden brauchten Kreuzwertheimer Kommunalpolitiker unter der Führung des Ersten Bürgermeisters Klaus Thoma am Samstag, um ihr Ziel zu erreichen: Einmal alle Spielplätze auf der Gemarkung der Marktgemeinde und der Ortschaften unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, wo, ob und wenn ja was man verändern müsste, um einen Spielplatz wieder attraktiv zu machen, beziehungsweise ihn so zu erhalten.

Mit dem erstmals ausgerufenen "Spielplatztag" wolle man, hatte es in der Einladung geheißen, letztlich die Voraussetzungen schaffen, um das Spielplatzkonzept der Gemeinde zu überarbeiten, das Angebot zu optimieren und bedarfsgerecht ergänzen zu können. Der Bürgermeister hatte schon ein wenig Vorarbeit geleistet und die anzusteuernden Anlagen je nach Zustand und Handlungsbedarf in drei Kategorien eingeteilt: "Recht gut, kaum bis geringfügige Änderungen", "Zufrieden, geringfügige Änderungen" und "Verbesserungswürdig, Änderungen wünschenswert".

Die Qualität mache sich nicht immer und nicht alleine an der Anzahl der Spielgeräte pro Quadratmeter fest, sagte Thoma zum Start auf der Anlage an der Birkenstraße "am Hochhaus", die nach seiner Einschätzung zu den verbesserungswürdigen gehört, und erntete dafür die Zustimmung aller Anwesenden.

Zu denen gehörten, neben Gemeinderäten aller Parteien und Gruppierungen, Landschaftsplaner Martin Beil vom Büro Dietz und Partner, Bauhofleiter Jürgen Kempf und einige Eltern, deren Kinder auch zu dieser frühen Morgenstunde schon fröhlich spielten - allerdings weniger an den Spielgeräten, sondern in dem kleinen Wäldchen, das zu diesem Spielplatz gehört und nach Meinung der Nutzer und ihrer Erziehungsberechtigten unbedingt erhalten werden muss. Bietet es doch Rückzugsmöglichkeiten, Gelegenheit zum unentdeckten Forschen.

Gewisse "Gefahren" auf einem Spielplatz seien normal, postulierte Landschaftsplaner Beil. "Versteckte Gefahren darf es aber nicht geben." Viele Feststellungen auf einzelnen Spielplätzen konnten anschließend bei der Abschlussbesprechung im Fürstin-Wanda-Haus verallgemeinert werden. Die vielleicht wichtigsten Erkenntnisse: In Kreuzwertheim, Unterwittbach, Röttbach und Wiebelbach gibt es, was die Ausstattung angeht, sehr unterschiedliche Spielplätze. Wohl keiner davon muss grundsätzlich überarbeitet werden. Auf dem einen fehlt etwas für die Kleinsten, auf dem anderen würde eine weitere Sitzgelegenheit für die begleitenden Erwachsenen gut ankommen.

Auch mit Geländemodellierungen lässt sich manche Verbesserung erreichen. Silvia Klee würde sich ein "Spielplatzhopping" auf der Gemarkung wünschen und sprach sich für mehr Werbung aus, damit beispielsweise Eltern mit Kindern, etwa aus Röttbach, auch wissen, welche Plätze es in Kreuzwertheim gibt - und natürlich umgekehrt. Edgar Schaefer kritisierte "unvernünftige Leute", die ihre Hunde auf den Anlagen laufen und diese dort ihre Notdurft verrichten ließen.

Damit Spielplätze attraktiv sind, brauchen sie verschiedene Bereiche, in denen Kinder sich bewegen, kreativ sein, sich aber auch zurückziehen könnten. Und "Spielplätze dürfen nicht zu aufgeräumt sein", ein "Einfügungsgebot", wie es in Bebauungsplänen vorgesehen sei, könne es hier nicht geben. "Wir wollen Spielplätze, die leben, keine Kinder, die sich einfügen", sagte der Bürgermeister. "Was wir als Unordnung empfinden mögen, ist für Kinder etwas ganz anderes."

Leise Kritik mancher gab es am Termin dieses Spielplatztages, für den es von Seiten der Verwaltung aber eine nachvollziehbare Begründung gab: Noch hat die neue "Saison" nicht begonnen, lässt sich also das eine oder andere machen, ohne die Nutzer zu stören.

Da der Haushalt für das gerade begonnene Jahr noch nicht aufgestellt ist, lassen sich auch noch benötigte Mittel dort unterbringen. Gewünscht hätte man sich von Seiten der Initiatoren aber eine noch stärkere Beteiligung von Eltern, denn an einzelnen Stationen blieben die Kommunalpolitiker an diesem Samstag unter sich. ek

 

Elmar Kellner für die Fränkischen Nachrichten