SPD/PLUS Wahlversammlung in Wiebelbach

VORSTELLUNG: Kandidatinnen und Kandidaten der SPDPlus für die Kommunalwahl in Kreuzwertheim stellten sich in Wiebelbach interessierten Bürgern vor

Beharrlich und miteinander etwas bewirken

WIEBELBACH. Die Kandidatinnen und Kandidaten von SPDPlus zur Kommunalwahl am 16. März sind auf die Zielgerade ihres Wahlkampfes eingebogen. Im Gasthaus "Linde" in Wiebelbach fand am Freitagabend die vorletzte der vier Veranstaltungen statt, in denen sich die Bewerberinnen und Bewerber vorstellen.

Die Resonanz hielt sich, mit rund 25 Interessierten, davon zehn Kandidaten, allerdings in Grenzen. Silvia Klee, die auf Platz eins der Liste steht und sich außerdem um die Nachfolge von Bürgermeister Horst Fuhrmann bewirbt, nahm das allerdings gelassen. "Ich habe mir sagen lassen, die Wiebelbacher sind heute alle in Rettersheim", wusste sie um die Konkurrenz mit diversen Faschingsveranstaltungen in der Region.

"Respekt" zollte sie "den Bürgern, die sich informieren wollen". Und um diesen zu bieten, weshalb sie gekommen waren, stellte Klee zunächst in knapp einer Viertelstunde die Ziele von SPDPlus für die kommenden sechs Jahre vor. Ganz oben stehe dabei das "Miteinander". . Sie forderte eine bessere Informationspolitik und mehr Transparenz und plädierte für "eine wirkliche Einbindung aller". Dies könne etwa durch regelmäßige Bürger- aber auch Unternehmerforen geschehen.

Eine Kinderbetreuung von Anfang an, die Sicherung der Grundschule, familienfreundliches Bauen und Wohnen waren weitere Programmpunkte. Es könne nicht unbegrenzt weiter Bauland ausgewiesen werden, sprach sich Silvia Klee für Leerstandsmanagement und Baulückenkataster aus, um nutzen zu können, was bereits vorhanden ist.

"Was kann die Kommune für die Senioren tun?", fragte die Rednerin, um selbst eine Antwort zu geben: Vermittelnd am Tisch sitzen und eventuell auch fördern, wenn es um Angebote wie einen Rufbus oder einen Bringdienst für Einkäufe gehe. Nachdem sie die Arbeit des amtierenden Seniorenbeauftragten gelobt hatte, sprach sich Klee dafür aus, einen Seniorenbeirat zu installieren, um den Anliegen älterer Menschen noch mehr Gewicht zu verleihen. "Man kann nicht alles ehrenamtlich machen", war die Kandidatin überzeugt, dass auch hier mehr Engagement der Kommunalpolitik notwendig ist, um Vereine, Sport und Kultur zu fördern.

Man brauche Konzepte für den ruhenden und den fließenden Verkehr, kam sie auf ein weiteres Thema zu sprechen. Einen Pfosten im Kaffelsteinweg habe sie auch deshalb beantragt, "um zu sehen, wie weit der Gemeinderat zu gehen bereit ist". Große Herausforderungen sah Klee auf den Markt und den Gemeinderat zukommen, wenn es um den Erhalt und den Ausbau der vorhandenen Infrastruktur geht. "Wir müssen an der Sanierung gemeindlicher Einrichtungen dranbleiben", forderte sie und stellte selbstkritisch fest, in Sachen Barrierefreiheit "haben wir alle ziemlich lange geschlafen".

Bei allen Vorschlägen und Ideen, so die Rednerin abschließend, "wenn etwas nicht geht, muss mit den Bürgerinnen und Bürgern halt auch gesprochen werden".

Nach der Bürgermeister- und Spitzenkandidatin war es an den weiteren Bewerberinnen und Bewerbern, sich vorzustellen. Andreas Schmidt machte dabei unter anderem deutlich, "dass die meisten unserer Kandidaten das 'Plus' sind, das heißt, sie sind nicht Mitglied in der SPD". Er sprach sich außerdem für einen bestimmteren Umgang mit übergeordneten Ämtern und Behörden aus. "Man sollte sich nicht immer nach oben ducken", zeigte sich Schmidt überzeugt, dass man durch Beharrlichkeit "etwas erreichen kann, auch wenn eine Behörde gesagt hat, es geht nicht". Auf noch mehr Frauen im künftigen Gemeinderat hoffte Doris Szabo, Günter Lutz und Daniel Jeßberger plädierten dafür, die Ortschaften und die dortigen Vereine zu stärken. "Wählt uns oder wählt die anderen", forderte Gerd Flick dazu auf, vom Wahlrecht auf jeden Fall Gebrauch zu machen. Wie am 16. März gewählt wird erläuterte Andreas Schmidt.

Ein "Aufregerthema" gab es am Ende der knapp eineinhalbstündigen Veranstaltung auch noch: Die Baumfällaktion im Mainvorland. In Richtung des amtierenden Bürgermeisters und des Geschäftsstellenleiters der Verwaltungsgemeinschaft wurden Vorwürfe erhoben, den Gemeinderat nicht darüber informiert zu haben, dass in diesen Tagen die Pappeln dort entfernt würden. So habe man fragenden Bürgerinnen und Bürgern keine Auskunft geben können.

Elmar Kellner für die Fränkischen Nachrichten