Führung durch die Biogasanlage Unterwittbach

Unterwittbach: Elmar Huth, einer der Eigentümer von HT-Biostrom, hat am Mittwoch 35 interessierten Bürgern seine Biogasanlage gezeigt und erklärt.

Die Besichtigung fand in der Reihe „Kreuzwertheimer informieren sich“ statt und wurde von der SPD/PLUS und der Bürgermeisterkandidatin Silvia Klee veranstaltet.

Elmar Huth gründete die HT-Biostrom zusammen mit Günter Tretter aus Hasloch im Jahre 2005, nachdem 2004 von der damalig SPD geführten Regierung das Gesetz über erneuerbare Energie, kurz EEG, verabschiedet wurde und er hier eine Möglichkeit sah seinen Betrieb profitabler zu führen.

Gestartet wurde mit dem Bau eines Fermenters, ein Nachfermenters und eines Endlagers. 2007 wurde die Anlage nochmals durch einen Fermenter und ein abgedecktes Endlager erweitert.

Die Anlage produziert derzeit 500 kw Strom/Std. Um diese Strommenge zu erzeugen, werden momentan ca. 21 t Mais und 1 t Gras pro Tag benötigt. Außerdem werden Hirse, Zuckerrüben und Getreide eingesetzt. Die Einsatzstoffe werden zu 85 % in den eigenen Betrieben erzeugt.

Die Pflanzen (Mais, Gras) werden gehäckselt in einem Fahrsilo gelagert, verdichtet und luftdicht mit einer Folie abgedeckt. Durch das Vergären der Pflanzenteile entsteht Silage. Diese wiederum kommt in die Fermenter. Die restliche Arbeit übernehmen Mikroorganismen und ein Rührwerk im Inneren der Behälter. Die Biomasse wird durch die Mikroorganismen in Methan umgewandelt. Das Gas sammelt sich unter einer schwarzen Haube, der sogenannten Bioline. Von dort wird es zwei Verbrennungsmotoren zugeführt, die das gereinigte Gas in Strom und Wärme umwandeln.

Die Anlage ist ein geschlossener Kreislauf. Was nach der Verwertung am Ende als Reststoff übrig bleibt, ist für Herrn Huth wieder wertvoller Dünger für seine Felder.

Einen Teil der gewonnen Wärme aus der Biogasanlage nutzt der Betrieb zur Beheizung seiner Schweinemast-Stallungen.

Die vielen zum Teil technischen Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger beantwortete Huth sehr ausführlich, bevor er sein zweites Standbein, die Schweinemast und den Marktfruchtbau vorstellte.

Diesen Betrieb hatte Elmar Huth von seinem Vater 1986 übernommen. Bereits 1970 war der Betrieb von Unterwittbach ausgesiedelt. Baumaßnahmen 1978, 1981,1996 und 2011 sorgte für den heutigen Bestand.

In seinen Stallungen könnten 550 Schweine untergebracht werden. Aktuell hat das Unternehmen einen Bestand von 300 Mastschweinen.

Herr Huth baut derzeit eine Fläche von ca. 182 ha mit Winterraps, Wintergerste, Winterweizen, Silomais, Triticale, Ackergras, Szarvasi-Gras und Wiese an.

Sein Getreidelager hat ein beeindruckendes Fassungsvermögen von 1100 Tonnen.

Abschließend definiert Herr Huth den Beruf des Landwirtes als sicherlich einen der Berufe, der sich in den letzten 50 Jahren am meisten verändert hat. Aber trotz aller Auflagen und Bestimmungen ist er nach wie vor mit Freude dabei.

Silvia Klee bedankte sich bei Elmar Huth und seiner Frau Brigitte mit einem Weinpräsent für die Führung und die ausführliche Beantwortung der vielen Fragen, die zu seiner Anlage gestellt wurden und lud die Teilnehmer im Anschluss in die Bürgerstube Unterwittbach ein, um dort Gelegenheit zu geben weitere Fragen zur Biogasanlage zu stellen und aktuelle kommunalpolitische Themen zu diskutieren.